
25 KM von Berlin - Halbmarathon, 10 Km und 5x5 Km
Mittwoch, 9. Mai 2012
MAX hatte schon ganz früh das Vergnügen: Nach einer relativ kurzen Nachtruhe – warum finden diese verflixten Straßenläufe nur immer Sonntagmorgens statt? – tapste er gegen acht Uhr zur Ring-Bahn. Schon am Treptower Park wimmelte es darin vor blauen Taschen und Turnschuhträgern. Von Station zu Station wurden es mehr, bis sich dann am Olympiastadion die Menge auf den Bahnsteig drückte. Gut 10.000 Teilnehmer waren es dieses Jahr insgesamt beim „ältesten großen Citylauf Deutschlands“, den Älteren noch als „25 km von Berlin“, den Veteranen als „Deutsch-französischer Freundschaftslauf“ bekannt, der am vergangenen Sonntag unter dem neuen, dem Hauptsponsor gewidmeten Namen „BIG 25 Berlin“, stattfand.
Wehe, wenn sie losgelassen - ca. 10.000 Teilnehmer machen sich auf die Strecke
Bei diesem Werbezirkus haben wir auch schon Schlimmeres gesehen, z.B. „easy credit Stadion“ oder „Berlin Recycling Volleys“. Doch das sollte unseren kleinen Verein nicht schrecken: Ein kleiner türkisgrüner Trupp sammelte sich bereits eine Stunde vor dem Start und absolvierte eine lockere Einlaufrunde in der vertrauten Habig-Hallen-Umgebung. Im Startblock wurde es dann nach und nach immer grüner, da sich erstaunlich viele Vereinsmitglieder eingefunden hatten.
An die 25km traute sich zwar kein LTCer, dafür hatten wir die weiteren Wettbewerbe gut besetzt. MAX, NIKO, ARNE, MIA und JAKOB starten in der 5x5km-Staffel – für sie ein Trainingslauf, der mit 1'29''28 ordentlich über die Bühne gebracht wurde. Platz zwei in der Gesamtwertung und Platz eins der gemischten Staffeln war der Lohn.
Kolja (diesmal weiß bestrumpft) und Axel, hier noch einträchtig beisammen
An den Halbmarathon wagten sich KOLJA und AXEL. Bis km 6 konnten beide zusammen von dem Windschutz einer Gruppe profitieren, die zwischen km 7 und 8 allerdings anderer Wege Richtung 25km zog. Die beiden Türkisen hatten dort schon ein bisschen Abstand zueinander – sie lagen auf Platz drei und fünf, was sich bis zum Ziel nicht mehr ändern sollte.
KOLJA konnte die Tempoarbeit seinem britischen Konkurrenten überlassen, der unbeirrt vorne lief und immer anzog, wenn der Berliner ihm mal Windschatten laufen wollte. Manche Läufer sind so. Vielleicht hat dieses Wettkampfverhalten den Konkurrenten Körner gekostet, jedenfalls konnte KOLJA ihn auf den letzten 150m im Olympiastadion überspurten – und stand später trotzdem als Dritter auf dem Podium, weil der Brite im Startblock weiter hinten stand und die Plätze logischerweise nach Zeit vergeben wurden. Mit 1h18'04'' konnte KOLJA nach seiner verletzungsbedingten Absage des Parismarathons vor drei Wochen jedoch recht zufrieden sein.
Eine besondere Erfahrung hielt bei diesem Halbmarathon das – durch die Abkürzung gegenüber dem 25km-Lauf bedingte – Überholtwerden durch die Spitze bereit:
Bekanntlich sieht man als Hobbyläufer die Spitze am Start sich warmmachen, in der ersten Reihe Platz nehmen und dann erst wieder am nächsten Tag mit ihren traumhaften Zeiten in der Zeitung.
Oder in einem kurzen Fernsehausschnitt von einem Renndirektor kurz nach Zieleinlauf gnadenlos vor eine Sponsorenmediawand – Credit, Recycling oder eben BIG – gezerrt, rasch trockengetupft (ein Handtuch für alle) und dann den Pressefotografen überlassen.
Hier also einmal anders: die Spitze tauchte auf dem Ku’Damm mit einem eben so locker wie hochfrequenten „Tapp tapp“ plötzlich im linken Augenwinkel auf und zog dann in einem fast eine Minute pro Kilometer schnelleren Durchschnittstempos sehr rasch wieder gen Horizont. Sehr beeindruckend, auch wenn man selbst bereits zur Erschöpfung neigt. Der Schnellste der Schnellen durfte sich auch bald nach dem Überholmanöver über den 25km-Weltrekord freuen.
KOLJA und AXEL bliebt die etwas belustigt registrierte Anfeuerung der Passanten, als die Spitzengruppe einmal an ihnen vorbeigezogen war: „Los zieh!“, „Dranbleiben!“
Olaf beim Zieleinlauf nach 10 Km
Durchweg zufrieden waren die 10km-Starter EMILY, IVO, OLAF, PHILIP und STEPHAN, auch wenn die Strecke trotz des saftigen Startgeldes schlecht vermessen war. Der Einlauf ins Olympiastadion entschädigt jedoch für so einiges. PHILIP konnte unter 40min bleiben. Er lief mit STEPHAN zusammen, für den die Bedingungen einfach perfekt waren. Erst bei Kilometer sechs musste STEPHAN ihn ziehen lassen. Denn nachdem es den Kaiserdamm runter ging, musste man auf dem Rückweg auch wieder bergan. Und das alles ohne großartige Stimmung am Streckenrand. STEPHAN musste seine eigene Pace machen. Wäre die Strecke richtig vermessen, wäre er eine niedrige 40er-Zeit gelaufen. Aber er war auch so voll zufrieden.
Die BIG4 über 10 KM - Ivo, Philip, Stephan und Emily bei KM 9
EMILY wurde in den letzten Wochen auf harte Proben gestellt: nach ihren infektbedingten Ausstiegen beim Berliner Halbmarathon und den 10km in Velefanz begann sie schon an ihrer Leistung zu zweifeln und mit der Überlegung zu spielen, weitere Wettkämpfe für dieses Jahr abzusagen. Ihr Vater überzeugte sie dann aber doch am Wochenende über 10km zu starten. Ohne Uhr und Druck und in dem Wissen, dass die Strecke eh ‘zu lang’ ist, lief sie ein ganz entspanntes Rennen – und erreichte den dritten Platz der Frauen. Weiteren Wettkämpfen in diesem Jahr steht also nichts im Wege.
Hier die einzelnen Ergebnisse im Überblick:
5 x 5km-Staffel:
1'29''28
Halbmarathon:
Kolja: 1'18''04
Axel: 1'20''16
10,x km:
Ivo: 36'24
Olaf: 37'52
Philip: 39'18
Stephan: 41'07
Emily: 42'04
Dominique: 45'48
Glückwunsch an alle!

